1 Milliarde Likes oder Deutschland du alter Late Adopter!

23/04/2010

Im Laufe des Tages wird sie kommen, die Bestätigung: Facebook served 1 Billion Likes within the first 24 Hours. Die großspurige Ankündigung aus dem Hause Zuckerberg wird sich bestätigen. 1 Milliarde mal Like – Button. Bei über 400 Millionen Mitgliedern auch keine Kunst, sollte man meinen. Da muss ja jeder nur maximal dreimal klicken. Aber: Es ist nur der Anfang. Und die internet-affine Gemeinde wird begeistert sein, darüber bloggen, darüber twittern.

Facebooks Versprechen lautet: Get a social experience. Und in der Tat bin ich darauf gespannt, wann ich das erste Mal auf einer der großen Nachrichtenportale sehe, dass einer meiner Facebook- Freunde bereits den Artikel ge-liked hat, dessen Teaser- Text ich gerade lese. Aber lese ich deshalb wirklich den ganzen Artikel? Freue ich mich über diesen Bruchteil sozialer Erfahrung? Klicke ich etwa wirklich auf einen Artikel, wenn mir dieser von meinen Kumpels im Facebook- internen Nachrichtenstrom vorge-liked wird? Fragen, die ich noch nicht beantworten kann. Und das hat einen Grund:

Wo nix geliked werden kann, wird auch nix geliked. Während CNN, Mashable oder Mediaite das neue social plugin integriert haben, warten sämtliche deutsche Nachrichten- Seiten von Rang und Namen wie Spiegel Online, Focus, Stern, ARD und ZDF lieber ab, ob sich der Dienst in den USA durchsetzt – meine Vermutung jedenfalls. Sonst fällt mir nichts ein, warum “one line of html” nicht in jedes Script passen sollte? Einzig bild.de nutzt bereits ein anderes neues Feature, dass bei der f8 beworben wurde: Die Empfehlungen.

Aber: Wollen deutsche User denn wirklich dieses neue Feature? Dürfen sich Nachrichten- Seiten davon mehr Traffic erhoffen? Hilft es den Seiten, ihre Marken zu stärken? Wird durch die Funktion dem User wirklich ein Mehrwert entstehen? Ich meine: Ja. Das Plugin, wenn es denn wirklich komplett ausgereift ist, wird sich durchsetzen. Facebook wird noch mehr zum zentralen Knotenpunk des Internets. Menschen werden lernen, das Plugin richtig zu nutzen – anstatt wild, kreuz und quer alles zu liken, was nicht bei 3 wieder weggeklickt wurde. Ich bin gespannt, wie lange es dauert bis die deutsche Medien- Elite auf den Zug aufspringt.


EDIT: Wie sich das ganze Ge-Like auf Blogs auswirken kann, welchen Nutzen es für Blogs hat und warum wir mit unseren Privacy- Einstellungen gut klarkommen, beschreibt der werte Kollegah Kollege bei den blogrebellen Peter Withoutfield, Cheers!

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