Reporterin: Why are you here?
Gutjahr: Media is changing and we are part of it.
Über alle möglichen sozial- medialen Kanäle hält er Apple- Jünger und begeisterungsfähige Journalisten- Kollegen zugleich auf dem Laufenden. An die 100 Tweets haut Gutjahr rund um seinen Ausflug zur Geburtststunde des Ipad raus. Per U- Stream lässt er mehrere Dutzend Neugierige an seinen Begegnungen und Erlebnissen teilhaben. Dazwischen verteidigt er seine Person Position, gibt Interviews und filmt das Ganze auch noch, um es bei Youtube in wirklich nett gemachten Videos hochzuladen: Live- Berichterstattung 2.0 deluxe.
Gutjahr macht also aufs Ipad aufmerksam. Aber nicht nur das. Er macht auch auf sich und seine Person aufmerksam. Wann hat es denn schließlich so eine Art der Reportage- Collage schon einmal gegeben? Aber da ist – bei aller Professionalität und allem jugendlichen Charme, den @gutjahr versprüht – das Problem: Wenn ich seine Vita richtig lese, dann versteht er sich als Journalist und Blogger. Wie aber kann ein Absolvent der Deutschen Journalistenschule und Angestellter des Bayerischen Rundfunks sich so sehr dem Marketing eines Produktes verschreiben, dass die Grenzen nicht nur verschwimmen, sondern erst gar nicht gezogen werden?
Sicher: Das Ipad bietet Medienunternehmen neue Möglichkeiten. Ob es aber wirklich einen so bedeutenden und fundamentalen Umbruch der Mediennutzung einleiten wird, bleibt eine Hypothese, die solange Gültigkeit hat, bis das Gegenteil bewiesen ist. Die Zeit ist jedenfalls vorerst auf Gutjahrs Seite. Aber dennoch bleibt eine generelle Frage: Inwieweit darf sich der Journalismus von Marken und Produkten abhängig machen, gar zum leibhaftigen Marketing- Sklaven pervertieren? Die Antwort fällt leicht: Gar nicht, denn Unabhängigkeit ist ein kostbares Gut. Na gut, kaum ein Journalist kann wirklich unabhängig agieren, ist er doch durch seine Sozialisation geprägt. Wer sich aber so offensiv mit einer Firma identifiziert, muss sich fragen lassen, was das noch mit Journalismus zu tun hat. Es zeigt jedenfalls eine gefährliche Tendenz.
Selbst etablierte Nachrichten- Sendungen haben mit der Trennung von Produkten und ihren Inhalten so manches mal ihre Schwierigkeiten. So wurde das Unternehmen Twitter in der Berichterstattung rund um die Demonstrationen im Iran dauerhaft genannt, ja gar die Funktionsweise en detail erklärt. Perfekte PR zur Primetime. Auch bei Facebook und Youtube verhält es sich oftmals nicht viel anders. Journalisten müssen lernen zu begreifen, dass bei diesen neuen Strukturen unserer alltäglichen Kommunikation Gewinn- orientierte Unternehmen dahinter stehen – und nicht Gott- gegebene massenmediale Infrastrukturen, die vom Himmel fallen. Wir sprechen ja beim Mobilfunk auch nicht vom Vodafonieren.
Damit wir uns richtig verstehen, ich bin begeistert von der multimedialen Umsetzung Gutjahrs. Aber wer auf seinem Blog schreibt, er möchte direkt dabei sein, wenn die nächste Berliner Mauer fällt, der darf nicht enttäuscht sein, wenn es lediglich der erste Verkaufstag des Ipad ist. Zwischen Journalismus und PR passt halt manchmal kaum ein Ipad, da kann es noch so dünn sein…
UPDATE Auch wenn er als Privatmann berichtet hat: Wer eine solch gute journalistische Ausbildung genossen hat, derzeit für den BR arbeitet und sich dann so sehr als Fan-Boy geriert, dabei den sowohl den BR als auch die Abendzeitung im Gepäck hat, sollte sich in Zukunft überlegen, was er besser kann. PR oder Journalismus. PR kann er jedenfalls sehr anständig, keine Frage. Ein Journalist sollte jedenfalls neutral bleiben – meine ich!







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Gönn ihm doch den Spaß. Immerhin berichtet er sehr unterhaltsam, mit professioneller multimedialer Umsetzung. Verwerflich wäre es nur, wenn es sich um versteckte PR handeln würde. Er bekennt sich aber ganz offen dazu, ein Apple-Fanboy zu sein. Ich das eher als Live-Experiment in Sachen Selbstvermarktung. Und das macht er grandios.
… das macht er in der Tat grandios!
Solange er seinen Urlaub in NY verbringt, kann er doch machen was er will. Den Flug und Kaufpreis hat er wohl durch gute Vermarktung wieder drin. Er hat vorher zum Beispiel geschrieben, dass er noch für die Abendzeitung schreiben muss
Gönn ich ihm alles.. solang es nicht gebühenfinanziert durch den BR ist
Hallo,
lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Versteckte PR wäre schlecht, aber Gutjahr legt alles offen und die Menschen an dem Empfangsgeräten sind doch keine dummen Schafe!
Gutjahr ist ein Apple-Fanboy, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Entsprechend kann man Meldungen von ihm zu diesem Thema einordnen. Zu diesem Thema! Bei anderen Themen kann das ganz anders ausschauen. Der springende Punkt ist doch: er macht es transparent. Und ich traue den Menschen weitaus mehr zu als dumme Leser oder Fernsehzuschauer zu sein, die sich beim Tagesschausprecher erkundigen, wie ihm die neue Wohnzimmertapete gefällt.
Tja, scheinbar eine nette teilnehmende Dokumentation. Tatsächlich aber eben nur Teil der strategischen Unternehmenskommunikation von Apple. Mein Vorwurf wäre: Der Berichterstatter legt sich nicht offen. Er reflektiert keine Sekunde lang, was er da tut. Wenn man so will, Journalismus unter Ausschaltung des Bewusstseins. Dass Apple an einem zensierten Content-Imperium arbeitet? Müssen wir jetzt nicht ran denken. Dass die Hauptfunktion des iPads in der Errichtung von Pay-Walls” besteht? Auch ein Gedanke, der Unlust-Gefühle wecken könnte. Aber jeder Gedanke, er den Spaß nur um 1 Gramm drücken könnte, wird sorgfältigst umgangen. Mit Biermann könnte man sagen: Was hast du im Kopf – Dreck oder Stroh? Bist du so dumm oder tust du nur so?”
Diese Kommentare á la “Gönn ihn doch den Spaß” etc sind insofern interessant, als sie offenbar gar nicht mehr das Problem verstehen. Das ist vielleicht ein Symptom unserer Zeit. Im Internet sind ja an allen Ecken und Enden die Wände zwischen neutraler Information und finanziellen Interessen zusammengestürzt. Alles ist legitim, was Spaß macht. Die Leute wollen gar nicht mehr kritisch informiert werden. Und das ist genau das mediale Umfeld, für das der iPad gemacht ist.
Daher völlig richtig zu fragen: Wie kommt es, dass jemand eine regelrechte Journalistenausbildung düurchläuft und von einem unabhängigen Sender beschäftigt wird und dann solche Bewusstseinsverkürzung produziert?! Ich habe keine Antwort dafür. Außer vielleicht der Hinweis auf die allgemeine Misere des Journalismus: Je weniger die Journalisten ihre Einkünfte über das zahlende Publikum erzielen, desto mehr lehnen sie sich bei denen an, bei denen noch Geld zu holen ist. Die Zukunft heißt “mehr Freundlichkeit”.
Es gibt weit Schlimmeres. PR haben – wie schon vor drei Jahren beim iPhone – Medienhäuser betrieben, querbeet von Bild bis zu “Qualitätsmedien”. Gutjahr hat, so sehe ich das, auf durchaus amüsante und professionelle (Videos) Weise den Fan-Boy ausgelebt. Wenn er seine Reise auf dem Markt selbst finanziert hat und nicht etwa vom BR bezahlt wurde, finde ich das im Grunde okay. Zumal: Die Frage PR/Journalismus/”Neutralität” muss ohnehin neu diskutiert werden.
Ein Journalist sollte neutral bleiben. Das ist richtig. Du betreibst einen Blog und siehst dich wahrscheinlich nicht als Journalist.
Und auch der liebe Blogger Gutjahr ist eben als Blogger in New York. Da frage ich dich: Ist es nicht etwas zu heftig deine eigene Diktatur in Richtung eines Apple-Verrückten durchboxen zu wollen?
Auch deine Kritik an der Twitter-”Werbung” zur Primetime ist doch sehr populistisch. Bist du so geil drauf Leute zu “schocken”? Sei mal realistisch, wenn dir jemand hilft und du ehrlich bist dann erwähnst du ihn auch. Für mich ist diese “PR” die Eröffnung neuer Informationsquellen für das Publikum und nichts anderes.
Warum sollte man etwas kritisieren dass nicht einmal zu greifen ist?
Und wenn es nicht investigativ ist sich selbst in eine Situation zu begeben über die man berichten möchte, was ist dann denn bitte investigativ?
Hach, das ist mal wieder typisch Deutsch. Jeder wäre gerne der Erste gewesen, aber jetzt muss man die heuchlerische Ethik-Keule schwingen, die nur unzulänglich den eigenen Neid zu überdecken vermag.
Typisch Deutsch eben. Neues oder Projekte von anderen sind prinzipiell immer schlecht (“kritisch” – haha), werden sie erfolgreich, war es sicher Schmierung, Betrug oder einfach nur Bauernglück (“hätte ich auch gekonnt aber ich hatte besseres vor”, “Geld ist nicht alles”, …).
Ich denke, das Problem ist umfassender als nur die Frage PR oder nicht PR. Das was Richard Gutjahr hier – zugegeben grandios – praktiziert hat, ist ein Musterbeispiel für einen erfolgreichen neuen Typus des Online-Selbstvermarkters.
Mit Journalismus im klassischen Sinn, hat das nichts mehr zu tun. Denn tatsächlich fehlt den Beiträgen jede kritische Distanz – die Gutjahr hier allerdings auch nie für sich reklamiert hat. PR im eigentlichen Sinne aber ist es auch nicht. Dass es hier einen massiven Werbeeffekt für Apple gegeben hat, ist offensichtlich, ist aber nicht Kern der Beiträge. Die Aktion hätte so vermutlich auch funktioniert, wenn es sich um eine andere verrückete – nicht kommerzielle – Aktion gehandelt hätte, etwa rund ums Oktoberfest.
Das aber ist aus meiner Sicht genau das Problem. Ob das iPad damit beworben wurde, war für den Erfolg der Aktion letztlich irrelevant. Viel entscheidender sind Fragen wie: Ist es eine witzige Aktion? Sind die Beiträge unterhaltsam und im Sinne der Konsumierbarkeit professionell gemacht? Gibt es einen aktuellen, allgemein interessierenden Aufhänger? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg im Netz.
Das iPad ist quasi nur die Welle, auf der Gutjahr hier geritten ist. Ob es dabei kommerzielle oder meinetwegen auch politische Effekte gibt, ist erst mal nebensächlich. Das ist in diesem Falle harmlos. Betrachtet man die Mechanismen, wird es aber durchaus spannend. Denn das sind die Mechanismen der neuen Online-Öffentlichkeit. Sie geben die neuen Regeln vor, vom viralen Marketing bis zu künftigen Politkampagnen – und das auf ethisch unerforschtem Terrain.
Werberichtlinien? Rundfunkräte? Man mag von diesen verstaubten Dingen halten was man mag. Aber sie waren die Hüter einer vertrauten Ordnung. Auf den Müll der Geschichte damit! Was aber kommt dann?
Eine gelungene Synthese zwischen Blogpost und Comments der Fan- Boy- Vertreter. Freue mich über die rege Diskussion.
Ich glaube, das ist der entscheidende Satz in dem Artikel dazu von http://medialdigital.de/2010/04/04/linktipps-zum-wochenstart-das-ipad-und-was-sonst-noch-passierte/comment-page-1/#comment-3587
“Freie Journalisten, die es schaffen, sich als Eigenmarke zu inszenieren, haben bessere Zukunftschancen als jene, die auf Gedeih und Verderb auf (wenige) Auftraggeber angewiesen sind, um wahrgenommen zu werden”
Richard Gutjahr muss sich dabei gar nicht fragen, wie frei er sein will. Auch Verlage und Magazine müssen sich gut überlegen, wie viel Personality sie im Journalismus gelten lassen wollen. Die Blogosphäre zeigt jedenfalls gut, dass es in der Informationsgesellschaft viel Platz für digitale Rampensäue gibt, die es verstehen Information unterhaltend zu verpacken und damit auch zur Marke werden. Richard Gutjhar ist so eine digitale Rampensau – ohne dies in irgendeiner Form negativ zu meinen. Er pflegt die Rolle des Journalisten, wie sie Jeff Jarvis von den Verlegern fordert.
Interessant finde ich, dass Richard Gutjahr eigentlich gar nicht viel selbst berichtet hat. Viel mehr wurde ÜBER ihn berichtet. Video von ihm, Videos mit ihm, Tweets, Fotos von und mit ihm sind in Summe zu einer Reportage geworden. Er selbst war Protagonist. nicht aber Journalist im klassischen Sinn. Aber vielleicht müssen wir uns von dieser Klassik im fragmentierten Web einfach verabschieden.
Aber das ist doch ein Widerspruch in sich: Wenn Richard Gutjahr als Fan-Boy berichtet, kann er doch nicht gleichzeitig ein Freier Journalist sein, der weiß, wie er sich als Eigenmarke inszenieren muss, um wahrgenommen zu werden. Wo ist denn da die Trennlinie? Personality wird immer wichtiger, einverstanden. Aber Personalisierung im Journalismus kann für mich nicht bedeuten, ein Produkt so offensiv abzufeiern.
Ich habe meine Gedanken jetzt noch mal hier zusammengefasst:
Wenn sich Sportkommentatoren für eine Mannschaft entscheiden und selbst den Rasen betreten: http://www.praetorius.com/blog/254/1/1/10/wenn_sich_sportkommentatoren_fur_eine_mannschaft_entscheiden_und_selbst_den_rasen_betreten.html
In einem der Kommentare steht sinngemäß: wo bleibt die kritische Berichterstattung?
Leute wir wollen keine kritische Berichterstattung, das würde nämlich heißen, dass ein Mensch (Journalist) sich kritisch mit einer sache auseinander setzt, also vordenkt.
Und genau das wollen wir nicht mehr, gut dass sich die Zeiten ändern, wir holen uns Infos zu einem Thema aus zig Informationsquellen und bilden uns eine eigene Meinung und die ist dann kritisch.
Die Zeit der Vordenker geht zu Ende, wir brauchen keine Meinungsbildner mehr!
Zunächst mal: ein kritischer Blick auf die Dinge ist immer gut und wichtig, zumal bei diesem Thema.
Letztendlich geht es mir aber wie vielen Kommentierenden – etwas wirklich verwerfliches kann ich hier nicht finden. Entscheidend ist das “Label”, unter dem Richard Gutjahr auftritt. Wäre dies alles unter dem Dach der BR-Berichterstattung passiert, keine Frage, dann kann so etwas nur als indiskutabel bezeichnet werden.
Gutjahrs Berichterstattung fand aber in seinem eigenen Blog statt, in der Headline findet sich sehr auffällig der Begriff Apple-Fanboy, mehr an Information braucht ein halbwegs aufgeklärter Leser nicht, um das alles richtig zuordnen zu können.
Und Selbst-Reputation kann man nun wirklich niemand vorwerfen, dies wird uns doch in den letzten Jahren in der Medienindustrie von allen Seiten gepredigt…
Mist, wieder fünf Minuten Lebenszeit mit dem Lesen und Kommentieren dieses Artikels verschwendet…
Leute, lasst mal die Kirche im Dorf und den Gutjahr wieder ans iPad. Natürlich ist er bekennender Apple-Boy, sicherlich erliegt er dem Hype, inszeniert ihn und, ja, wohl gerne auch: sich selbst. Aber: Dass er unreflektierte, beschönigende Elogen schreibt, also PR im früher klassischen, heute eher schlechten Sinne macht, das trifft nun ganz und gar nicht zu auf Richard Gutjahr.
Wer sich ein für Gutjahr faires Urteil bilden mag, braucht nur das “Thema des Tages” zu lesen, das er für die Abendzeitung (der Offenheit halber: bei der ich arbeite) geschrieben hat: einen iPad-Test.
http://www.abendzeitung.de/geld/177154
Darin beschreibt er u.a. fünf deutliche Schwächen seines neuen Lieblingsspielzeugs:
- “Da die meisten Webseiten mit Flash-Grafiken oder Videos arbeiten, erinnert so manche Webseite auf dem iPad an Schweizer Käse: ganze Bereiche der Seite fehlen.”
- “Mit nur 3-4 Filmen auf dem iPad wird es da plötzlich ganz schnell eng.” (über die Speicherkapazität)
- “Kann man damit gut arbeiten? Nein. Für den Text habe ich bis hierher fast doppelt solange gebraucht, als wenn ich ihn mit einer normalen Tastatur geschrieben hätte. Außerdem tun mir die Augen weh. Längere Texte werde ich auf dem iPad sicher nicht verfassen.”
- “Der Akku kann nicht herausgenommen werden. Mehr noch, sollte er seinen Geist aufgeben, wird er von Apple gar nicht ersetzt. Gegen 99 Dollar erhält man stattdessen ein nigel-nagelneues Gerät. Das iPad ist damit quasi ein Wegwerf-Produkt.”
- “Negativ aufgefallen ist mir der spiegelnde Bildschirm, der nach nur wenigen Minuten Benutzung aussieht, als habe man ihm einem Fünfjährigen zum Spielen gegeben: Fingertapser wohin das Auge reicht. Soviel ist sicher: sollte das iPad ein Erfolg werden, wird das Jahr 2010 zum Jahr der Waschlappen.”
- “Was mir noch aufgefallen ist: das Ding ist schwer! Wenn man es nur 10 Minuten in der Hand gehalten hat, fangen die Arme an zu schmerzen.”
- Fazit: “Tipp: Wer es noch aushalten kann: Abwarten.”
Da steht nicht: Kaufen macht so viel Spaß!
Ja, ich habe bewusst nur die negativen Ansätze rauskopiert. Natürlich ist er auch fasziniert wie ein Kind und beschreibt die neuen, die innovativen Dinge am iPad mitunter hymnisch. Dennoch spart er nicht an Kritik. Und genau das macht ja eine ausgewogene Geschichte aus. Dass Richard Gutjahr in blinder Liebe das iPad schön schreibt, stimmt wohl nicht. Sehr wohl beschreibt er als erster in dieser Authentizität ein Phänomen, von dem in Zukunft noch öfter zu lesen sein wird. Und damit hat er eindeutig auch – neben Blogpenetranz und einer gewissen Selbstinszenierung – auch journalistisch keineswegs fragwürdige, sondern exklusiv recherchierte Leistung abgeliefert und eindrucksvoll gezeigt, dass auch Blogger Journalisten sein können und/oder umgekehrt. So manchen Journalisten-Dino mag er damit irritiert haben, andere hat er vielleicht aufgeweckt. Und wenn er als öffentlich-rechtlicher Moderator einer Nachrichtenmagazins jemanden vor den Kopf gestoßen haben sollte (Zuschauer? Arbeitgeber?), so hat er selbst zu verantworten, welchem Hobby er in seinem Urlaub mit welchen Auswirkungen nachgeht.
Übrigens: Mit nicht einem Wort ist Richard Gutjahr in seinem Text an die AZ darauf eingegangen, dass er der erste war, der ein iPad gekauft hat. Über sich selbst hat er für uns nichts geschrieben. Das musste dann die Redaktion nachholen.
Die Debatte hier zeigt, dass die alten Fronten in der Journalismusdebatte aufbrechen. Aber nur sehr naive Internet-Junkies können der Meinung sein, dass die schöne neue Online-Kommunikation 2.0, die Gutjahr hier mit Bravour vorexerziert hat, keine Fronten mehr kennt. Wir sollten langsam anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.
Habe das mal etwas zusammengefasst: “Von digitalen Rampensäuen lernen”: http://www.politiklust.de
Hallo,
lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Versteckte PR wäre schlecht, aber Gutjahr legt alles offen und die Menschen an dem Empfangsgeräten sind doch keine dummen Schafe!
Gutjahr ist ein Apple-Fanboy, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Entsprechend kann man Meldungen von ihm zu diesem Thema einordnen. Zu diesem Thema! Bei anderen Themen kann das ganz anders ausschauen. Der springende Punkt ist doch: er macht es transparent. Und ich traue den Menschen weitaus mehr zu als dumme Leser oder Fernsehzuschauer zu sein, die sich beim Tagesschausprecher erkundigen, wie ihm die neue Wohnzimmertapete gefällt.
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